Entdeckt das Ripa der Wikinger

Ihr seid in Ripa angekommen.
Und mit jedem Schritt hinein in die Stadt rückt die Gegenwart ein Stück weiter in die Ferne.

Ihr geht über eine Brücke, die gerade breit genug ist, dass zwei Pferde aneinander vorbeikommen. Aus dem Grubenhaus sind Hammerschläge zu hören. Dort formt der Schmied das glühende Eisen. „Sven hat schließlich ein Messer bestellt, also …“, sagt er mit tiefer Stimme und hält das Eisen zurück ins Schmiedefeuer. - Ripa Marktplatz, 700–750

Nur ein paar Schritte und ihr steht mitten im Ripa der Wikinger

Ribe VikingeCenter ist ein 12 Hektar großes Erlebniszentrum, in dem die Geschichte der Wikinger und das wikingerzeitliche Ribe, Ripa, lebendig werden. In rekonstruierten Umgebungen vermitteln Menschen in handgenähter Kleidung den Alltag der Wikinger: durch Handwerk und häusliche Arbeiten, Geschichten, Aktivitäten und Veranstaltungen.

Im Ribe VikingeCenter begegnet ihr nicht nur einem einzigen Moment der Wikingerzeit. Ihr reist durch 300 Jahre Geschichte, von den Anfängen Ripas zu Beginn des 8. Jahrhunderts bis etwa ins Jahr 1000. In dieser Zeit entwickelt sich Ripa von einem Marktplatz zu einer geschäftigen Hafenstadt.

Der Händler steht auf der Stufe vor seinem Haus und betrachtet zufrieden sein Schiff, das am Kai vertäut liegt. In wenigen Tagen, sobald der Wind es zulässt, bricht er zu einer Handelsreise ins Rheinland auf. Bis dahin steht sein Handelshaus offen, und ein gutes Geschäft lässt er sich nicht entgehen. - Ripa Hafen, Jahr 750

Ripa ist jeden Tag lebendig

An jedem Öffnungstag könnt ihr überall in Ripa Wikingern begegnen. Schaut in die Häuser hinein, beobachtet die Handwerker bei der Arbeit und fragt sie ruhig aus. Seht zu, wie aus Rohmaterialien Werkzeuge, Textilien, Schmuck und andere Gegenstände entstehen. Auf dem Hof werden Tiere versorgt, Gärten gepflegt und die täglichen Arbeiten im Haus erledigt. An vielen Stellen brennt ein Feuer. Vielleicht wird gerade gekocht, Holz bearbeitet, Garn gefärbt oder die nächste Arbeit des Tages vorbereitet. Was um euch herum geschieht, ist Teil der Geschichte.

Jeden Tag gibt es lebendige Vermittlung und Aktivitäten, und manches könnt ihr selbst ausprobieren. Prägt zum Beispiel eure eigene Kopie der Ripa Münze, die vor 1.300 Jahren auf dem Marktplatz verwendet wurde. Legt mit dem Wikingerlangbogen an, nehmt an der Schnitzbank Platz und arbeitet mit dem Ziehmesser oder fordert euch gegenseitig bei Wikingerspielen heraus. Kinder können unter anderem die Krieger beim Training mit Schwert und Schild treffen, und auf dem Tagesprogramm können Handwerk, Vorführungen und die Greifvögel des Falkners stehen.

Das Programm verändert sich im Laufe der Saison, und bei besonderen Veranstaltungen kommen noch mehr Wikinger, Handwerker und Aktivitäten nach Ripa. Durch die lebendige Vermittlung wird Geschichte zu etwas, das ihr selbst erkunden und mit allen Sinnen erleben könnt.


Die Hausherrin hört auf zu summen, als sie euch entdeckt, und bittet euch stolz herein. Dies ist ihr Reich, und der Schlüssel zum Haus hängt nicht ohne Grund an ihrem Gürtel. Pflegekinder und ein paar Unfreie helfen ihr im Haushalt. Doch sie hat nichts dagegen, wenn ihr euch kurz an die Mühle stellt und mit anpackt, damit bald Brot gebacken werden kann. - Ripa Stadt, Jahr 825

Nehmt euch Zeit und erlebt Ripa mit allen Sinnen

In Ripa trennt euch keine Glasscheibe vom Geschehen. Die Wikingerwelten bilden eine eindrucksvolle Kulisse, in der die Fantasie freien Lauf hat und ihr euch in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt fühlen könnt.

Kommt mit den Wikingern ins Gespräch. Sie erzählen gern und beantworten eure Fragen. Nehmt an der hohen Tafel Platz und stellt euch vor, ihr wärt bei einem Festmahl in der großen Langhaushalle. Lasst eure Augen sich an die Dunkelheit in den Häusern gewöhnen und entdeckt die vielen spannenden Details. Schnuppert euch durch Ripa: Feuerstellen, Pferde, Werkstätten, Wolle, Körbe, Zelte und vieles mehr gehören ebenfalls zur Geschichte. Schließt einmal die Augen und lauscht ganz bewusst den Geräuschen der Wikingerzeit.

Ihr schreitet an den Gräbern vorbei und erreicht die schwere Tür der christlichen Holzkirche. Im Inneren erwartet euch eine überraschende Fülle leuchtender Farben. Bildgeschichten ziehen sich in langen Bändern über die Wände. Neugierig bleibt ihr stehen. - Ansgar Kirke, Jahr 860

Archäologie und Rekonstruktion

Die rekonstruierten Umgebungen im Ribe VikingeCenter basieren auf archäologischen Ausgrabungen und wissenschaftlicher Forschung. Keines der Gebäude, weder der Marktplatz noch der Hafen, wurde auf dem Gelände des Ribe VikingeCenter gefunden oder hierher versetzt. Wenn Archäologen Spuren aus der Wikingerzeit ausgraben, sind Holz, Textilien, Leder und andere vergängliche Materialien nach mehr als 1.000 Jahren meist längst zerfallen. Nur unter besonders günstigen Bedingungen bleiben Fragmente erhalten.

Doch im Boden finden sich Spuren von dem, was einmal da war. Pfostenlöcher, Feuerstellen, Gruben und Abfallplätze zeichnen sich als dunkle Verfärbungen im Erdreich ab. Sie verraten den Archäologen etwas über Größe und Konstruktion von Gebäuden, über Handwerk, Ernährung, Waren und darüber, wie ein bestimmter Ort genutzt wurde. Funde wie Werkzeuge, Keramik, Speisereste, Schmuck und Tierknochen, aber auch winzige Spuren wie Pollen, liefern weitere Teile des Puzzles.

Im Ribe VikingeCenter setzen wir dieses archäologische Wissen in vollständige, lebensgroße Umgebungen um. Unsere Rekonstruktionen beruhen vor allem auf Funden und Forschung aus Ribe. Wo die Archäologie nicht alle Antworten liefert, ergänzen wir sie unter anderem durch Kenntnisse über die Materialien, Bauweisen und Handwerkstechniken der damaligen Zeit. Mithilfe experimenteller Archäologie erproben wir außerdem Theorien in der Praxis. So entstehen aus den Spuren, die die Wikingerzeit hinterlassen hat, Häuser, Höfe, Werkstätten, Marktplatz und Hafen.

Vor der Werkstatt steigt Dampf aus dem großen Kupferkessel auf. Im Garten begrüßt euch eine Frau. Ihre Arme sind voller Pflanzen, und sie erzählt euch, dass sie gleich ein neues Wollkleid in einem Sud aus Blättern färben wird. - Hvidinggården, Jahr 980